Bildungsstreik 2010


Am 9.Juni wird es wieder einen bundesweiten Bildungsstreik geben.
Dazu sind auch in Göttingen eine Demonstration und weitere Aktionen geplant.

Die Jugend Antifa Göttingen wird sich an der Demonstration am 9. Juni mit einem „Antikapitalistischen Jugendblock“ beteiligen.

Treffpunkt ist: 10:45 | Willhelmsplatz
Start der Demonstration: 11 Uhr | Gänseliesel

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WAS GEHT AB?
++3.06.10++
Sternmärsche von IGS, KGS und Uni-Campus angekündigt. Start an IGS und KGS um 10 Uhr

++2.06.10++
„Shool is out“ Antifa Soli-Party am 23.Juni im JUZI

++18.05.10++
Mobi-Video zum Bildungsstreik 2010 in Göttingen Online!

++7.05.10++
Am 7.Mai eröffnete das „SchülerInnen Bündnis Göttingen“ die Mobilisierungsphase mit einer lautstarken Spontan Demonstration durch die Innenstadt an der sich ca. 40 Menschen beteiligten.

sponti
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TERMINE:

9.06.10 Bundesweiter Bildungsstreik
10:45 Uhr | Treffpunkt Jugendblock | Wilhelmsplatz
11:00 Uhr | Demonstration | Gänseliesel

23.06.10
21 Uhr | „School is out!“ Antifa Soli-Party
Achtet auf weitere Ankündigungen

Immer Donnerstag
16 Uhr | SchülerInnen Bündnis Göttingen | Stadtjugend Ring
schuelergoettingen.blogsport.de

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MOBI-STUFF:
„Links unten“ im Roten Buchladen findet ihr Flyer, Poster und Aufkleber zum mitnehmen und verteilen!

Mobi-Video

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AUFRUF: zum „Antikapitalistischen Jugendblock“ auf der Bildungsstreik Demonstration 2010

Selbstbestimmt
Leben,Lernen, Kämpfen!

Wir berichten hier von einer Kritik, die sich nicht gegen vereinzelte Lehrkräfte, Fächer oder Notenvergaben richtet, sondern gegen das Gesamtkonzept. Sie richtet sich gegen die marktwirtschaftliche Spaltung der Gesellschaft in profitable und unprofitable bzw. effiziente und ineffiziente Menschen, hierzulande schon ab der 5. Klasse. Dabei werden schon die ganz Kleinen als formbare Rohlinge betrachtet. Wie intelligent oder klug ein Kind ist, entscheiden von Anfang an Klausuren. Der Staat spekuliert dabei immer auf gewisse Prozentsätze, plant Fünftklässlerinnen heute schon in die Wirtschaft ein. Dabei nimmt dieser keine Rücksicht auf Individualität Einzelner. Verspielte Kinder kommen dann eben auf die Haupt- oder Sonderschule, andere halten dem Druck eher stand und schaffen es aufs Gymnasium. Die Schwächen und Stärken der Schülerinnen spielen keine Rolle.
Unsere Kritik ist eine, die die kapitalistische Verwertungslogik als ganze in Frage stellt. Entgegen dem Hahnenkampf für Karriere und Ansehen in der Gesellschaft. Wir kämpfen gegen die Entmenschlichung der Schülerinnen hin zu Arbeitsdrohnen, oder, wenn Mensch so will, Leistungs- und Konkurrenzfähigen Arbeitskräften auf dem Weltmarkt. Ausserdem fordern wir ein freies, solidarisches Schulkonzept, in welchem es statt diverser Anwesenheits- und Leistungszwängen basisdemokratische Entscheidungs- und Entfaltungsmöglichkeiten gibt. Also ist die Kritik nicht nur als Bildungskritik, sondern auch als Staats- bzw. Kapitalismuskritik zu verstehen. Es darf nicht sein, dass ärmere Schülerinnen Nachteile erfahren und somit ins gesellschaftliche Abseits gedrängt werden und nie wieder aus diesem herausfinden. Der Staat schafft diese Verhältnisse, in welchen ausländische und sozial schwache Familien in bestimmte Stadtteile abgeschoben werden, was auch zu einer kulturellen und sozialen Trennung führt. Die Integration wird auf diese Weise effektiv gebremst. Es ist die Aufgabe des Staates, sozial schwächere Menschen zu unterstützen und ihnen die gleichen Rechte und Möglichkeiten wie auch den reichen deutschen Familien zukommen zu lassen. Nichts ist bezeichnender für die soziale Kälte in Deutschland als der Spruch „Für dich geht`s auf die Hauptschule.“
Hierzulande werden die Menschen behandelt wie Rohstoffe, auf dem Arbeitsmarkt und auch sonst im Alltag. Der/Die Einzelne wird registriert als Zahl, nicht mehr. Und alles folgt den kapitalistischen Spielregeln, Existenzen verglühen. Im marktwirtschaftlichen Gesamtbild ist der Mensch nur Material zur Vermehrung des Vermögens weniger Reicher. Die Reduzierung des Menschen auf eine Zahl im System nennen wir ein Verbrechen. Überhaupt dürfen Menschen in ihrer geistigen Entwicklungsphase weder klassizifiert werden, noch in ein längst überholtes und antiprogressives Schulmodell à la Kaiserzeit gepresst werden. Jeder Mensch ist individuell und sollte dementsprechend seiner selbst gefördert werden. Die Bildungspolitik der BRD ist also massgeblicher Angriffspunkt für dieses Verbrechen des globalen Kapitalismus (Ausrufezeichen)

Deshalb:
- Weg mit der Elitenbildung an Schulen oder Universitäten!
- Weg mit dem kapitalistischen System, welches dieses Dilemma erst möglich macht!


2 Antworten auf „Bildungsstreik 2010“


  1. 1 Basisdemokratisches Bündnis 05. Juni 2010 um 22:36 Uhr

    Solidarität mit den kämpfenden Schüler_Innen!
    Kommt zur Demo am 9. Juni
    Solidarität mit den kämpfenden Schüler_Innen! Kommt zur Demo am 9. Juni

    Liebe Freund_Innen, Liebe Aktivist_Innen,

    Am 9. Juni wird erneut gegen das hiesige Bildungssystem demonstriert. Wie im Jahr 2008 geht auch dieses Jahr die wesentliche Initiative von den Schüler_Innen aus, die mit viel Engagement und Energie gegen die Unzumutbarkeiten in ihrem Alltag kämpfen. Die soziale Auslese, die Elitenförderung und die unkritischen Lernformen und -inhalte, finden bereits in den Schulen ihren Ausdruck.

    Die Hochschulen, unser Kampffeld, sind erst in letzter Instanz der Ausdruck dieser gesellschaftlichen Regulation. Ob, wie und wer an die Universitäten kommt, entscheidet sich vor allem in der Schule. Dass das Bildungssystem als Filter für die gesellschaftliche Arbeitsteilung und damit für die Reproduktion der Herrschaftskategorien Klasse, „Race“ und Geschlecht1 funktioniert, zeigt sich an dem desolaten politischen Zustand der bundesrepublikanischen Hochschulen im Allgemeinen und am politischen Klima an der Universität Göttingen im Besonderen. Überwiegend studieren an dieser Universität jene, die bereits zur gesellschaftlichen Elite gehören. Dementsprechend ist auch die Ideologie, die sich über die „regierende“ Hochschulgruppe, die ADF, ausdrückt, eine elitäre und standortchauvinistische, die es nicht scheut mit, Verbindern und rechtskonservativen Gruppen wie dem RCDS zusammen zu arbeiten.

    Weil wir, als emanzipatorische Gruppe an der Universität Göttingen, die Lebensbedingungen von Studierenden, Lehrenden und Angestellten an der Universität verbessern wollen, aber auch weil wir eine politische Emanzipation anstreben, die mittels der Kritik und Überwindung autoritärer (Charakter-)Strukturen vonstatten gehen soll, sehen wir eine Notwendigkeit zur sozialen Öffnung der Hochschulen und teilen die Kritik der Schüler_Innen an den vorgesehenen Reformen und derzeitigen Lernbedingungen.

    Gleichzeitig sind wir als emanzipatorische Gruppe solidarisch mit jenen, die sich gegen die bestehenden Verhältnisse kritisch auflehnen. Wir wollen nicht nur eine Verbesserung der Lebensbedingungen derer, die an den Universitäten sind, wir wollen dies für alle Menschen weltweit.

    Diesem Anliegen stehen die gesellschaftlichen Verhältnisse und jene, die den derzeitigen Verhältnissen in liberaler oder in konservativer Form anhängen, im Weg. Wir zielen auch auf die öffentliche Debatte und setzen auf Aufklärung. Gleichzeitig sehen wir aber auch das praktische Problem von systemstabilisierenden ideeologischen Rechtfertigungen und ideologischen Denkmustern, die auch in die Protestbewegungen hineinreichen. Eine emanzipatorische Bewegung muss hingegen auch immer eine kämpferische sein. Das heißt Grundlagen und Strukturen, Vertreter_Innen und ideologische Urheber_Innen benennen und ihnen öffentliche Räume nehmen. Diese Räume wollen wir gemeinsam Füllen mit Selbstorganisation, Solidarität und kritischer Auseinandersetzung.

    Deshalb rufen wir alle dazu auf: Solidarisiert euch mit den Schüler_Innen. Beteiligt euch an den Protesten, unterstützt sie mit allen Mitteln und kommt zur Demonstration am 9. Juni! Beteiligt euch am antikapitalistischen Block um 10:45 Uhr am Wilhelmsplatz um die Grundlagen der unmittelbaren Bildungspolitik zu benennen und einer praktischen Kritik zu unterwerfen.

    Solidarische Grüße,

    Basisdemokratisches Bündnis im Juni 2010

    Infos unter:

    http://schuelergoettingen.blogsport.de/

    http://jugendantifagoettingen.blogsport.de/

    1) Bei allen hier genannten Herrschaftskategorien handelt es sich um Kategorien, die nicht natürlich oder biologisch gegeben sind, sondern gesellschaftlich hergestellt werden. An ihnen entlang formieren sich in der bestehenden Gesellschaft Herrschafts- und Ungleichheitsverhältnisse. Wir verwenden für rassistische Verhältnisse nicht das deutsche Wort „Rasse“, sondern den englischsprachigen Begriff „race“, da der Begriff im Englischen meist als soziale Kategorie gedacht wird und dies deutlicher macht.

  1. 1 MONSTERS OF GÖTTINGEN :: Mi. 09.06.: Bildungsstreikdemonstrationen in Göttingen Pingback am 07. Juni 2010 um 15:54 Uhr
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