Archiv für August 2011

Bericht: Bad Nenndorf

Seit 2006 finden in dem Kurort Bad Nenndorf jährlich Naziaufmärsche getarnt als „Trauermarsch“ statt. Sie werfen dem britischen Militär vor, die Inhaftierten führenden Nazifunktionäre im Winklerbad gefoltert zu haben. Durch die Hervorhebung dieser Geschehnisse versuchen sie die deutsche Täterrolle in eine Opferrolle umzuwandeln.

Da dies weder akzeptiert noch hingenommen werden kann sind auch dieses Jahr mehrere AntifaschistInnen nach Bad Nenndorf gereist. Aus Göttingen beteiligten sich ca. 60 AntifaschistInnen mit dem Ziel zu blockieren. Es wurde gehofft durch ein zügiges Vorangehen und durch die Menge an Menschen Polizeikette an der Naziroute durchfließen und somit den Naziaufmarsch verhindern/blockieren/stören zu können. Nach ein paar hundert Metern Feldweg sind sie auf die erste Polizeikette, bestehend aus Braunschweiger BFE, gestoßen. Es gelang nicht diese zu durchfließen, da die Polizei mit Schlägen und Tritten die ersten Reihen davon abhielt zu agieren. Anschließend wurde sich zurückgezogen um es an einer anderen Stelle erneut zu versuchen. Doch hierzu kam es nicht.
Ein paar hundert Meter weiter errichtete die Polizei einen Kessel, welcher auch nach Verhandlungen und dem Bitten zu der angemeldeten Mahnwache durchgelassen zuwerden nicht mehr verlassen werden durfte.
Die Polizei wahrte und wahrt den Schein, es habe ja keinen Kessel gegeben. Die AntifaschistInnen könnten den Platz verlassen, solange sie sich in zehn bis fünfzehner Gruppen friedlich wegbewegen würden.
In der Realität sah dies anders aus! Nach ca. 3 Stunden in der enormen Hitze in der sich die AntifaschistInnen dämliche Vorschläge und Provokationen seitens der Polizei gefallen lassen mussten, kam die Durchsage: Mensch dürfe in fünfzehner Gruppen den Kessel verlassen ohne etwas befürchten zu müssen. Die erste Gruppe jedoch, welche dieses „Angebot“ wahrnehmen wollte, sollte sich einer Taschenkontrolle unterziehen und auch Personalien sollten sie abgeben. Nun bildeten sich mit der Zeit mehrere Gruppen, welche den ja anscheinend doch existierenden Kessel friedlich verlassen wollten, jedoch kam es bei jeder Gruppe zu Schikanen seitens der Polizei.
Als eine Gruppe AntifaschistInnen sich, zu ihrer eigenen Sicherheit eingehakt, auf den „Ausgang“ zubewegte hagelte es Schläge und Tritte durch PolizistInnen. Mit der Begründung, dass sich inn dieser Gruppe eine zu kontrollierende Person befinde, wurde die Gruppe nicht durchgelassen. Anschließend gab es Kontrollen, Personalien wurden aufgenommen, Bilder der AntifaschistInnen gemacht und munter Anzeigen verteilt. Als schließlich der Großteil der AntifaschistInnen den Kessel nach ca. 4 Stunden verlassen hatte war der Naziaufmarsch und die Mahnwache vorbei!
Durch das Vorgehen der Polizeikräfte vor Ort erhält Mensch den Eindruck, sie hätten sich eine Eskalation gewünscht, jedenfalls wurde ihrerseits stark darauf hingearbeitet. Dieser Spaß blieb ihnen allerdings verwehrt.

Wir verurteilen dieses skandalöse Vorgehen der Polizei, welches für uns eine klare Provokation darstellt. Es zeigt außerdem mal wieder, ddass Mensch als AntifaschistIn mit der Staatsmacht weder verhandeln, noch sich auf ihr Wort verlassen kann.
Wenn es nicht möglich ist auf diesen Wegen gegen Naziaufmärsche zu protestieren, werden wir in Zukunft andere Wege suchen Naziveranstaltungen jeder Art zu verhindern.

Gegen Nazis, Staat und Kapital!
Auf allen Ebenen, mit allen Mitteln!
Für eine revolutionäre antifaschistische Jugendbewegung!

Jugend Antifa Göttingen – (J.A.G.)