Redebeitrag – Dresden 18.02.2012

Der dresdener Bahnhof war im zweiten Weltkrieg einer der kriegswichtigsten Knotenpunkte der Wehrmacht.
Nach Zerfall der faschistischen Diktatur in Deutschland entwickelte sich, in der neu gegründeten BRD, die Bundeswehr als eine Art Nachfolger der Wehrmacht.
Die Bundeswehr ist ähnlich wie die Wehrmacht es war: geprägt von Patriotismus, Nationalismus und Homophobie.

Dieses Gedankengut trägt die Bundeswehr mit Hilfe von Infoveranstaltungen und Berufsinformationstagen auch in die Schulen.
Darüber hinaus versucht sie durch diese Veranstaltungen Nachwuchs für den Dienst im Namen des Vaterlandes zu rekrutieren.
Die Bundeswehr verspricht den Schüler*Innen finanzielle Absicherung während der Ausbildung oder des Studiums, falls sie bereit sind sich bis zu zwölf Jahren dort zu verpflichten.

Wer beginnt zu hinterfragen und versucht dieser staatlichen Institution wieder zu entkommen, wird von den ach so tollen „vaterlandstreuen“ Soldaten psychisch und körperlich gedemütigt.
Darüber hinaus muss bei Austritt mit juristischen Konsequenzen gerechnet werden, denn aus dem eingegangenen patriotischen Bund ist es nicht so leicht wieder heraus zu kommen.

Die Gefahr bei dem von der Bundeswehr propagiertem Patriotismus ist die Pauschalisierung von Menschen aus anderen Ländern oder Kulturen zu Feinden.
Dieses in den Truppen verbreitete Gedankengut führt dazu, dass fast alle Soldaten bereit sind auch menschenrechtswidrige Befehle auszuführen, wenn diese im Interesse der Bundesregierung und ihrer Bündnispartner sind.

Trotz des Verbots von Angriffskriegen, in Anbetracht der Verbrechen der Wehrmacht, werden diese heute von der Bundeswehr unter dem Deckmantel der Sicherheitsschaffung und der Terrorismusbekämpfung geführt.
Ausserhalb der Grenzen übernimmt die Bundeswehr die Rolle des Innenministeriums und des Verfassungsschutzes innerhalb Deutschlands, sie schützt die Interessen und Meinungen der Bundesregierung.
Diese geht bei der Durchsetzung ihres Willens buchstäblich über Leichen, während ihre Auftragskiller auch noch stolz darauf sind, für ihr sogenanntes „Vaterland“ in den Kampf zu ziehen.

Für das „Vaterland“ alles zu opfern und notfalls auch zu sterben ist auch ein fester Bestandteil der faschistischen Ideologie.
Mit Hilfe der Bundeswehr wird, gesellschaftlich akzeptiert, Nationalismus und Patriotismus in den Köpfen der Schüler*Innen gesäht. Dies ist für uns nicht hinnehmbar!

Wir sind die, die keine faschistischen und menschenverachtenden Ideologien und Institutionen in unserer Zukunft haben wollen!
Also müssen wir auch diejenigen sein, die für ein freies, selbstbestimmtes Leben kämpfen!

Die Kraft der Veränderung liegt in der Energie der Jugend!
Für eine revolutionäre antifaschistische Jugendbewegung!
Jugend Antifa Göttingen (J.A.G.)