Bericht zum Antifa Jugend Camp 2012

Vom 14. bis 16. September fand zum zweiten Mal das Antifa Jugend Camp statt, das wir zusammen mit der A.L.I. organisierten.
Wir verbrachten das Wochenende gemeinsam mit knapp 50 Teilnehmer_Innen auf der Burg Lutter.
Neben vielen Vorträgen zu interessanten Themen konnten die Teilnehmer_Innen in Workshops selbst aktiv werden und ihrer Kreativität freien Lauf lassen.

Warum ein Antifa Jugend Camp?
Mit der Organisierung eines solchen Camps versuchen wir, interessierten Jugendlichen antifaschistische Theorie näher zu bringen und diese auch Praxis werden zu lassen.
Dies versuchen wir, indem wir durch Workshops wichtige Inhalte vermitteln, in denen die Jugendlichen selbst aktiv werden können. Ob beim Diskutieren im Workshop zu Kapitalismuskritik oder bei der sportlichen Betätigung im Selbstverteidigungskurs – für alle Vorlieben sollte etwas dabei sein.
Gerade als Jugendgruppe versuchen wir, in jungen Menschen das Interesse zu wecken und ihnen die Möglichkeit zu geben, Menschen mit den selben Ansichten kennen zu lernen, Erfahrungen auszutauschen und neue Perspektiven zu entwickeln.


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Warum Burg Lutter?
Die Burg Lutter ist seit den 80er Jahren im Besitz der Kommune Lutter, die seit jeher ohne hierarchische Strukturen lebt und sich durch kleine selbstorganisierte Betriebe, wie z.B. einer Siebdruckerei oder einer Tischlerei, selbst finanziert.
Wir entschieden uns ganz bewusst für diesen Ort, da uns die Kommune Lutter zeigt, dass in einem durch Ausbeutung und Unterdrückung geprägten System und in einer Gesellschaft, die Menschen durch Diskriminierung und Anpassungszwang an einer freien Entfaltung hindert, ein Leben fernab von jeglichen Zwängen möglich ist.
Auch die positiven Erfahrungen des letzten Jahres beeinflussten uns in unserer Wahl und ganz nebenbei ist die Burg Lutter auch noch ein Ort, an dem mensch die Seele baumeln lassen und alles um sich herum vergessen kann.

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Selbstbestimmt leben, kämpfen, campen!
Nachdem die Teilnehmer_Innen am Freitag Nachmittag ankamen, starteten wir gleich mit einem Auftaktplenum, in dem wir alle herzlich begrüßten und ihnen den Zweck eines solchen Camps erläuterten. Wir gaben ihnen die Möglichkeit, den Tagesablauf des Camps aktiv mitzugestalten, indem sie sich selbst aussuchen konnten, wann welcher Workshop stattfinden soll und an welchen Workshops sie teilnehmen wollten. Auch die Selbstorganisierung bezüglich Abwasch o.Ä. Tätigkeiten lief reibunsgslos ab.
Für das ganze Wochenende hatten wir ein umfangreiches Programm aus Workshops, Vorträgen, Diskussionen und Freizeit vorbereitet, das den Jugendlichen einen Einstieg in viele Thematiken bot. Es gab z.B. den Workshop zum Thema „Geschichtsverdrehung“, der den Jugendlichen an Beispielen wie Dresden oder Bad Nenndorf verdeutlichen sollte, wie die Neonazis unter anderem durch Täter-Opfer-Umkehr versuchen, die Geschichte zu ihren Vorteilen zu verdrehen. Oder der „Internationalismus“-Workshop, der den Teilnehmer_Innen Theorie und Praxis internationaler Befreiungsbewegungen näher brachte und ihnen neue Ansatzpunkte vermittelte, internationale Solidarität auszudrücken, aber auch einen kritischen Blick zu bewahren. Auf sehr viel positive Rückmeldungen konnte der „Street Art“-Workshop aufbauen, in dem die Teilnehmer_Innen ihre kreative Ader ausleben konnten.

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Sehr beliebt war auch die Freizeitgestalung des Wochenendes. Bei der sogenannten „Antifa Olympiade“ wurden alle Besucher_Innen des Camps in drei gleich große Gruppen aufgeteilt und mussten in vier verschiedenen antifaschistischen Disziplinen ihr Bestes geben. Nebenbei wurden die Disziplinen durch laute Parolenrufe sehr realistisch gestaltet.
Samstagabend gab es noch ein „Antifa-Quiz“ mit vielen interessanten Fragen, ernsthaften, aber auch lustigen Antworten. Zum Beispiel sollten sich die Teilnehmer_Innen eine Antwort auf die Parole „Wir sind friedlich – was seid ihr?“ ausdenken, was einige Personen dazu veranlasste, die Titelmusik „Wir sind die Kinder vom Süderhof“ zu singen. Viele Fragen bezogen sich auch auf aktuell diskutierte Themen, wie z.B. die Aufgabe, eine neue Bedeutung für die Abkürzung „A.C.A.B.“ zu finden. Einige Personen waren sehr kreativ und entschlossen sich kurzerhand für die Neubedeutung „Antifas chillen am Baggersee“.
Nach dem letzten gemeinsamen Mittagessen am Sonntag endete das Wochenende dann mit einem Abschlussplenum. Hierbei gab es sehr viel positive Resonanz zum Camp. Uns fiel auf, dass sich alle Workshops großer Beteiligung erfreuten, obwohl keinerlei Verpflichtung bestand. Auch die Kommunikation zwischen Betreuer_Innen und Teilnehmer_innen fand auf gleicher Ebene statt und die Stimmung untereinander war durchgehend familiär und hilfsbereit. Selbstorganisatorische Dinge, wie z.B. der Abwasch, verliefen problemlos und auch unsere veganen Köch_Innen bekamen stets Unterstützung.

See you on the streets!
Wir hoffen, dass wir mit der Organisierung und Gestaltung eines Antifa Jugend Camps in vielen Jugendlichen das Interesse wecken konnten, sich weiterhin kritisch mit Dingen auseinanderzusetzen und ihnen Lust auf antifaschistische Arbeit machen konnten.
Mit dem Antifa Jugend Camp konnten wir zeigen, dass ein selstbestimmtes Leben besser ist, als das Leben in einer Gesellschaft und einem System, das durch Ausbeutung und Diskriminierung bestimmt ist und es nötig ist, weiterhin gegen Nationalismus, Rassismus, Sexismus und dem ganzen anderen Scheiß vorzugehen.


Die Kraft der Veränderung liegt in der Energie der Jugend!
Für eine revolutionäre antifaschistische Jugendbewegung!
Join your local Jugend Antifa!

J.A.G.