Wir, die Jugend Antifa Göttingen (J.A.G.), sind ein Zusammenschluss junger Menschen, die seit 2008 sowohl regional, als auch überregional linksradikale Politik betreiben.
Für uns ist klar, dass sich Verbrechen wie der Holocaust und der Faschismus, insbesondere die Auswüchse des Deutschen Faschismus, niemals wiederholen dürfen! Doch leider werden immer noch rassistische und menschenverachtende Denkweisen von breiten Teilen der Gesellschaft toleriert. Noch über 67 Jahre nach dem Ende der Nazidiktatur sterben Menschen aufgrund faschistischen Gedankenguts und rassistischer Hetze. Wir setzen uns aktiv dafür ein, dass alte und neue Nazis keine Möglichkeit finden, ihre unmenschliche Ideologie zu verbreiten.
Dabei setzen wir auf antifaschistische Selbsthilfe, da der Staat nicht zuverlässig im Kampf gegen Rechts ist und immer wieder aktive Antifaschist_Innen mit Repressalien in ihrer politischen Arbeit angreift.
Wir verstehen uns als autonomen Zusammenhang, was für uns den Vorteil bürgt, dass wir unabhängig von parlamentarischen oder anderen Zwängen die Ausrichtung und Umsetzung unserer Politik frei gestalten können. Hierbei legen wir großen Wert auf umfangreiche Bündnisarbeit. Diese hilft uns, unsere Politik auf eine größere Basis zu stellen, woraus resultiert, dass wir unsere Inhalte einer breiteren Masse von Menschen vermitteln können.
In Zusammenarbeit mit anderen Gruppen achten wir explizit darauf, unsere politische Identität zu wahren.

Für uns bedeutet Antifaschismus allerdings mehr als der Kampf gegen Faschist_Innen.
Antifaschismus bedeutet, für ein selbstbestimmtes Leben zu kämpfen – abseits von Sexismus, Rassismus, Homophobie, Antisemitismus, Hierarchien, Herrschaft, Ausbeutung und all den anderen täglichen Schweinereien. Diese sind Auswirkungen des Kapitalismus, der jedem Menschen Wohlstand, Sicherheit und ein freies, glückliches Leben verspricht. Dass Mensch jedoch eine von Neid und Geld regierte Welt als tägliche Umgebung ertragen muss, hat für uns nichts mit Freiheit, Glück und Sicherheit zu tun!
Wie absurd diese Versprechungen tatsächlich sind und wie rücksichtslos dieses System ist, wird an vielen verschiedenen Beispielen deutlich.
Eines dieser Beispiele ist die gängige Atompolitik: Während die Energiekonzerne sich an ihren Atomkraftwerken eine goldenen Nase verdienen, trägt die Bevölkerung das Risiko eines atomaren Supergaus.
Damit wenige ihre Profite steigern können, wird die Mehrheit der Menschen in Lohnverhältnissen ausgebeutet und muss dabei zu sehen, wie die natürlichen Ressourcen zum Vorteil weniger aufgebraucht werden.
Hinzu kommen Konstruktionen wie Staaten, Nationen und Religionen, die seit jeher die Menschen immer weiter voneinander entfernen und sie gegeneinander ausspielen.
Auch das Bildungssystem trägt hierzu bei: Es verspricht, Menschen zur Selbstständigkeit zu erziehen, macht sie aber in Wirklichkeit zu Marionetten des Systems. Weiterhin fördert das Bildungssystem und ähnliche Institutionen in keinster Weise eigenständiges Denken, sondern drängt ihre Insassen unter Leistungsdruck zur totalen Anpassung, was das Fortbestehen der Ellenbogen- und Klassengesellschaft sichern soll. Heutzutage wird durch das dreigliedrige Schulsystem schon in der vierten Klasse bestimmt, wer welchen Platz in der Gesellschaft einnehmen soll. Mensch wird ein festgeschriebenener Lebensweg eingetrichtert: Schule, Job, Familie, Rente. Alternativen sind hierbei nicht vorgesehen.
Wer sich an diesen Rhythmus nicht anpassen will oder kann, wird nach Hartz IV-Regelungen zur Arbeit unter unwürdiger Bezahlung und elenigen Bedingungen gezwungen oder jeglicher Lebensgrundlage beraubt.

Diese unzumutbaren Umstände wollen wir nicht mehr länger hinnehmen! Wir werden nicht dabei zu sehen, wir wollen verändern! Jeden Tag im kleinen mit dem Ziel, dass große Ganze zu überwinden.

Solange Nazis aufmaschieren, dies vom Staat geduldet wird und die Polizei den Faschist_Innen auch noch den Weg frei prügelt, hören wir nicht auf dagegen zu kämpfen!

Solange Menschen aufgrund herbei halluzinierter Grenzen und Nationen abgeschoben werden, was für die Betroffenen oft Verfolgung, Folter und nicht selten den Tod bedeutet, schauen wir nicht weg, sondern greifen die verantwortlichen Strukturen an!

Solange sexistische und homophobe Übergiffe an der Tagesordnung stehen und Menschen in Rollenbilder und sexistische Klischees gepresst werden, kämpfen wir dagegen an, denn das Vater-Mutter-Kind-Schema ist nicht die einzige Möglichkeit zu leben und zu lieben!

Solange Castortransporte mit massiver Gewalt der Polizei duchgeführt werden, obwohl schon längst klar ist, welche verheerenden Folgen der Atommüll für Menschen und Umwelt hat, tun wir alles, um diese zu verhindern!


Die Kraft der Veränderung liegt in der Energie der Jugend!
Für eine revolutionäre, antifaschistische Jugendbewegung!
Auf allen Ebenen! Mit allen Mitteln!